21.03.2013

Die größten "Sünden" der Frauen

Ja, ich muss dieses Thema noch einmal aufnehmen. Zu tief sitzt der Schmerz über die letzten Tandas. Aber bitte liebe Frauen, seht es als Hilfestellung. Im Gegenzug dürft ihr mir dann all euere Beschwerden über uns Männer als Kommentare zurückgeben.

Der Tango soll (darf) genossen werden. Es ist kein Wettbewerb, kein Kräftemessen, ... Jedes Tanzpaar sollte deshalb versuchen, die jeweilige Tanda bzw. den jeweiligen Tango zu genießen. Es gibt Dinge, die diesen Genuss jedoch stören oder negativ beeinflussen. Deshalb hier eine Ergänzung meiner negativ Hitliste (darüber habe ich hier schon einmal geschrieben).

Zum Thema Haltung habe ich mich ja schon ausführlich (siehe Link oben) geäußert. Hier habe ich immer noch die meisten Probleme mit fehlender Körperspannung der Frau. Ihr rechter Arm liegt mehr oder wenig schlapp in meiner Hand. Jeder Versuch einen Impuls darüber weiter zu geben, verpufft, da die Frau ihren Arm entsprechend "einknicken" lässt. Manchmal ist auch mehr oder weniger der gesamte Oberkörper "schlaff" (bzw. nicht "gespannt").

Das ist dann so, als würde ich mit einer Gummipuppe tanzen. Du gibst etwas "hinein" und weg ist es. Die Energie verpufft ungenutzt. Anstatt den Impuls aufzunehmen, absorbiert ihr Körper die Energie. Es passiert anschließend nichts. Stattdessen schauen dich die Frauen unsicher an ("was will er eigentlich?"). Bitte !!! Baut hier eine gewisse Spannung sowohl im Arm, als auch im Oberkörper (bzw. mehr oder weniger im gesamten Körper) auf.

Die Energie die vom Mann ausgeht (sofern er überhaupt Energie hat ;-) "Gummipuppenmänner" habe ich auch schon gesehen), soll bei der Frau etwas bewirken. Wer das (noch) nicht verstanden hat, möge seinen Arzt oder Apotheker ... ach nein, das war was anderes. Dann fragt bitte eure Tanzlehrer.

Jetzt habe ich Bekanntschaft mit einem neuen Phänomen gemacht: die ziehende Frau. Sie wartet gar nicht erst auf einen Impuls. Sie zieht dich förmlich hinter dir her. Da kannst (brauchst) du auch gar nicht führen. Stattdessen bist du permanent damit beschäftigt, die Frau zu "bremsen". Du bringst sie für einen (!) Ocho in Position ... und sieht dreht einen nach dem anderen. Außer dem "Startimpuls" (für genau 1 Ocho) hast du aber gar nichts initiiert.

Du musst sie mit mehr oder weniger "Gewalt" wieder stoppen. Du willst "gehen", sie jedoch "reißt" dich Schritt für Schritt mit nach hinten. Bitte !!!! Wo bleibt da der Genuss? Bremst eure (eigene) Energie. Wartet auf die "Einladung" des Mannes und dann dürft ihr. Aber "kommt" auch wieder zu uns zurück. Ihr sollt nicht den Rest des Liedes mehr oder weniger alleine zu Ende bringen. Als Mann möchte ich dann ja gerne den nächsten "Schritt" planen. Mit euch, für euch.

Beim Beobachten von Tanzpaaren kann ich oft folgende Paarungen erkennen.
  1. Er will, sie kann aber nicht (schlechte Führung? (noch) Grundsätzliche Probleme?)
  2. Er will und sie macht ... allerdings alles weitere alleine (Modell Wildpferd)
  3. Sie will, aber er kann nicht (Anfänger oder ebenfalls grundsätzliches Problem?)
  4. Er will, sie nimmt "an", macht und gibt zurück. Dann bietet er wieder an.
Ich wünsche mir jeweils eine Frau aus der letzten Kategorie. Das ist Tanz. Gemeinsam. Er bietet etwas an (einen Schritt, eine "Figur", eine Element), sie nimmt das Angebot an (ev. wird jedoch etwas anderes daraus als er geplant hat. Aber das darf ruhig so sein) und anschließend "gibt" sie den "Staffelstab" (Führung) wieder an ihn zurück und das Ganze beginnt von neuem. So verstehe ich den Tango. Es ist nicht jeder für sich alleine (obwohl man als Paar zusammen agiert), sondern man "spielt" als Team. Gemeinsam.

Und wenn es dann noch zusätzlich gelingt, das Ganze im Takt der Musik ablaufen zu lassen ... harmonisch als Paar ... wenn beide noch so viel Zeit haben, das alles zu genießen ... dann kann es magisch werden.

Kommentare:

  1. Es gibt eben gute und schlechte Führende und Geführte.
    Manche Geführte haben eben gelernt mangelnde Führung in Bewegung umzusetzen.
    Kann man ihnen nicht vorwerfen.
    Die Mädels werden von mir allerdings ganz übel ausgebremst, weil ich Rückenschmerzen bekomme, wenn ich aus der Achse gerissen werde.
    Wenn es dann mit der Dame nicht besser wird, dann werden wir einfach nur GEHEN.
    Klaus
    PS
    Ich empfinde es als unangnehm, wenn Kommentare hier immer erst geprüft werden, bevor sie erscheinen. Das verleidet mir die Lust am kommentieren.

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  2. Klaus,
    das Prüfen der Kommentare vor der Freigabe ist leider notwendig, da ich für den Inhalt hafte und ich möchte z.B. wegen "rechtlich unsauberem Inhalt" nur ungern Probleme bekommen. Ich nehme aber keine Veränderungen, Korrekturen o.d. vor. Ich lösche einen Kommentar nur, wenn es sich zweifelsfrei um Spam, Werbung oder absichtlichen Blödsinn handelt. Mehr Prüfung findet aber nicht statt. Es wird auch jede Form der Kritik freigegeben.

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  3. Wie wäre es denn mal mit den Sünden der Männer?
    Zum Beispiel, der stetig nach vorne geschobenen Hüfte, die der Folgenden wenig "Beinfreiheit" lässt und die man übrigens auch noch bei Heikvaldo beobachten kann.

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    1. Liebe Anonym,
      genau darüber hatte ich ja schon geschrieben (z.B. hier http://heikvaldo.blogspot.de/2012/05/schwachen-eines-tangoanfangers.html).

      Als Mann kann ich wohl nur begrenzt über die Sünden der Männer schhreiben. Dafür tanze ich zu selten mit einem :-)
      Du kannst mir ja gerne eine email unter heikvaldo @ web . de schreiben und über deine Erfahrungen berichten. Ich werde dies dann gerne hier veröffentlichen (mit oder ohne Angabe des Verfassers).

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  4. Eine Tangolehrerin hat mir erklärt, dass Frauen deshalb so häufig "ziehen", weil es bei uns quasi eingebaut wäre, alles besonders gut und besonders richtig machen zu wollen. Deshalb versuchen viele, glaube ich, das, was der Mann wollen könnte, vorauszuahnen und dann auch gleich zu machen.

    Ich habe Tango von Anfang an in beiden Rollen gelernt, weiß also auch, wie unglaublich unangenehm das Ziehen für den Führenden werden kann. Aber - die Frauen wissen meistens nicht, dass sie das tun, bzw. sie denken, sie würden alles besonders perfekt machen.

    Was dagegen zu helfen scheint: Erstmal nur sozusagen einzelne Bewegungen machen, zB wirklich nur EINEN Vorwärtsschritt und dann stopp; EINEN Ocho und dann stopp; und so weiter. Und nichts, was bei ihr auswendiggelernt abgespult werden könnte, also Sandwiches oder so. Wenn sie sich an die einzelnen Bewegungen gewöhnt hat und aufhört, immer gleich weiter"ziehen" zu wollen, dann kann man wieder anfangen zu kombinieren.

    Habe es jedenfalls so bei meiner besten Freundin ausprobiert, die wirklich zwischenzeitlich sehr zog, und es funktionierte gut. Braucht man aber bissl Geduld für, ein Tanz reicht da nicht.

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    1. @Anonym: und weil es so unangenehm ist, deshalb habe ich es ja geschrieben. Das hilft hoffentlich etwas. Als Führender fallen einem schon so manche "Abwehrmassnahmen" ein. Letztendlich wird "er" aber wohl nicht mehr mit "ihr" tanzen, wenn es so bleibt mit dem Ziehen. Und das wäre ja schade.
      Wenn ich selbst Folgender bin, verstehe ich deine Argumentation nur zu gut. Geht mir genauso. Hilft aber alles nichts. Es ist und bleibt unangenehm für den Führenden und jede Folgende sollte es unterlassen.

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  5. Als kleine Anmerkung möchte ich (m) noch hinzufügen, dass die Bemerkung sinngemäß: "Ich kann ja nur über die Fehler der Frauen berichten, weil ich noch mit keinem Manngetanzt habe"
    sehr schön wiederspiegelt, warum die ganzen Kommunikation schwierig ist.

    Wenn ich als "Mann" oder "Frau" noch nicht einmal meine EIGENEN Fehler SPÜRE oder WAHRNEHME, dann habe ich bei weitem noch nicht das nötige Körpergefühl, um mich nenneswert zu verbessern, noch irgendeine "Qualifikation" über Fehler des Tanzparters so ausschließlich zu urteilen.

    Es wäre generell ratsam, beim Tanzen - gerade als "Anfänger" (also unterhalb 6 Jahre Erfahrung)- den Großteil seiner Aufmerksam in der eigenen Wahrnehmung und Entwicklung zu stecken. Wenn ich selbst wirklich etwas kann, wird sich meine ARt der Bewegung in jedem Fall auf den anderen übertragen. Wenn ich mich selbst noch nicht in einem hohen Maß "beherrsche", werde ich auf keinen Fall zu einem gelungenen Tanz beitragen können. Das liegt aber zu genau 50% an mir selbst :)

    Grüße

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    1. Danke :-)
      und auch wenn man als Anfänger/in um seine Fehler in der Theorie weiß ist es doch ein längerer Weg alles gleichzeitig und immer richtig zu machen in der Praxis.

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